Selbstwirksamkeit

Eine Morgenroutine war für mich schon immer das Geheimnis eines perfekten Starts in den Tag. In der breiten Masse ist dies spätestens mit dem Buch „Magic Mornings“ richtig angekommen und das zu Recht! Wenn wir die Dinge, die für uns wichtig sind nicht priorisieren, dann wird der Alltag diese für uns verschlucken. In 9 von 10 Fällen ist dafür am Ende des Tages keine Zeit mehr oder wir sind zu müde. Wer mit dem Gedanken: Ich muss 90 Minuten für meine Morgenroutine einplanen startet, macht bereits den ersten großen Fehler. Solche Vorgaben sind nicht nur unnütz, sie erzielen vielmehr einen gegenteiligen Effekt.

Ein guter Start in den Tag bringt viele Vorteile: Du lässt Dich von Ablenkungen weniger schnell aus dem Konzept bringen, Du lebst selbstbestimmter und bewusster und erreichst Deine Ziele dauerhaft schneller. Sind sie in der Routine drin, fahren sie praktisch auf Autopilot.

Über Autopiloten und Struktur

Manche Dinge, die uns gut tun, sollten wir auf Autopilot stellen, damit wir sichergehen, sie ständig in unserem Alltag zu haben. Die meisten von uns brauchen Struktur, um effektiv arbeiten zu können. Früh aufzustehen, eine Routine zu finden und Termine festzulegen, wirkt sich positiv auf die Produktivität aus und ermöglicht es dir gute Arbeitsergebnisse zu erzielen. Disziplin bedeutet jedoch nicht, von 9 bis 5 zu arbeiten. Wie wir ja bereits wissen, es gibt keine festgelegten Regeln, um kreativ oder produktiv sein zu können. Balzak arbeitete nachts, nachdem er 30 Tassen Kaffee getrunken hatte. Mozart zählte jeden Tag akribisch 60 Bohnen für seinen Morgenkaffee. Hemingway stand um 5:30 Uhr auf, bevor er bis zu seinem Mittag arbeitete. Martini und der Schriftsteller Tony Schwartz stellten seinen Timer auf 90 Minuten ein und konzentrierten sich anderthalb Stunden lang darauf, bevor sie eine längere Pause einlegten. Es gibt keinen „richtigen“ Weg, um den Tag zu strukturieren, aber man kann vielleicht als Hinweis festhalten, dass viele der größten kreativen Köpfe strenge tägliche Gewohnheiten hatten.

Wie tickst du?

Finde heraus, was am besten für dich funktioniert, und versuche dich daran zu halten. Ich habe viele Jahre damit herum experimentiert, was für mich am besten funktioniert und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mir eine bestimmte Zeit „x“ jeden Tag festlege, in der ich die Dinge mache die für mich den besten Start in den Tag bedeiten. Das variiert. Früher war es definitiv eine Stunde Yoga und Meditation mit anderen kleineres Ritualen. Heute ist es entspannter und flexibler. Jedoch ist immer die Meditation, der Kaffee im Bett und das Schreiben der Morgenseiten darin. Manchmal mache ich zusätzlich noch 30-50 Minuten Sport (Yoga, Laufen, Stretching, Barre, HIIT..), mache mir meine To-Do Liste (mit persönlichen und beruflichen Zielen für den Tag) und Lese. Allerdings sollte es zeitlich begrenzt sein, damit dieser Part nicht ausartet und am Ende Energie zehrt und zu Stress führt. Kontraproduktiv.

„Was passiert bei den Super-Gurus nach der Morgenroutine? Sie putzen sich die Zähne, weil gleich Schlafenszeit ist.“

Und nun komme ich zum wichtigsten Punkt dabei: Die Selbstwirksamkeit. Mit einer täglichen Routine, machst du deinem Unterbewusstsein klar, dass du es ernst meinst und selbstgewählte Praktiken auch langfristig durchziehen kannst. Diese Erkenntnis ist ungemein wichtig für den kreativen Prozess. Da du damit unterschwellig das Durchhalten in kreativen Durststrecken trainierst. Sie ist also ein mächtiges Werkzeug, wenn Du Deine Produktivität steigern willst. Dann schaffst Du es, über eine saubere Routine so viele Tätigkeiten wie möglich auf kurzer Zeit zu konzentrieren. Jedoch sollte dich diese Routine beflügeln und nicht noch mehr geißeln und in einem Selbstoptimierungswahn enden. Genau das Gegenteil wollen wir hier erreichen. Ziel ist es, dass du selbst für Dich entscheidest und herausfindest, was Dir gut tut und mit Deinem Ziel vereinbar ist.

Adé Routine-Sklaverei

Ich erlebe leider immer mehr Menschen, die sklavisch jeden Tipp umsetzen, den sie von außen bekommen. Daher rufe ich auf zu mehr Bewusstsein für die Routine – ja, ein bisschen paradox! Viele Empfehlungsgeber mögen eine gute Absicht haben, doch ihr Ziel liegt anderswo: Sie wollen das optimale Zeitmanagement, wollen produktiver sein oder sie wollen einfach nur, dass andere sie bestaunen, loben und toll finden. Frag Dich also: Was sind Deine Ziele für den Tag? Worauf legst Du wert? Was macht Dir Freude? Was möchtest Du langfristig erreichen? Danach organisiert Du auch Deine Routine. Wenn sich Deine Ziele ändern, kann sich also auch Deine Routine ändern. Tag für Tag. Was kannst Du jetzt tun, was brauchst Du in diesem Moment, was Dich nach vorne bringt? Zentral ist der Vorteil, die eigene Zeit frei einteilen zu können. Die ersten Stunden des Tages gehören Dir. Keiner funkt Dir dazwischen – es sei denn Du hast ein sehr junges Kind oder einen Menschen, der auf Dich angewiesen ist.

Selbstwirksamkeit – erinnere Dich, was Du alles kannst!

Wenn Du vor großen kreativen Herausforderungen stehst, ist es wichtig, dass Du Deine Schöpferkraft schon morgens erfährst. Bei allen Routinen ist das für mich die Füllung der Tortellini! Du spürst schon am morgen, was Du alles auf dem Kasten hast. Das gibt Dir Kraft und Selbstbewusstsein für den Tag.

Bei mir mehren sich ab 9 Uhr die Kundenanfragen und E-Mails. Dann kann nicht weniger aus eigener Kraft agieren, sondern reagiere auf Impulse von außen. Das kann dazu führen, dass ich mich fremdbestimmt fühle wie ein Spielball äußerer Umstände und meinen Erwartungen an mich selbst nicht gerecht werden. So entsteht ein Gefühl der Unzufriedenheit und Traurigkeit.

So vergeht schnell ein ganzer Tag, und ich bin meinen eigenen Zielen und Träumen kein Stückchen näher gekommen. Das kann Energie und Motivation rauben und nicht zuletzt ganz schön frustrieren.

Mach dich zur Priorität

Um es mit Trump zu sagen: You come first! Make yourself great again! Nein, ich bin kein Trump-Anhänger. Doch ich mag den Gedanken, und den hat er nicht erfunden: Mach Dich selbst zu Priorität. Wie oben schon erwähnt.

Jeder hat Hoffnungen und große Träume. Tief in Dir spürst Du all das, was sein kann, wenn Deine Ideen wahr werden. Vor Deinem inneren Auge erwacht eine ganze Geschichte zum Leben, in 3D und mit Sound von allen Seiten. Sie ist groß und genau das, wofür Du geboren bist. Und wenn Du diese Idee umsetzt, bist Du eine Bereicherung für alle um Dich herum und für so viele mehr.

Mit einer klaren Prioritätensetzung sendest Du ein Signal an Dich selbst: Was ist das wichtigsten in Deinem Leben? Du und Deine Ziele! Wie im Flugzeug: Setz Dir erst selbst die Sauerstoffmaske auf, bevor Du anderen hilfst.

Setz dir selber ein Zeichen

Wenn Du Deine Ziele jedoch immer wieder aufschiebst, um an den Wünschen und Träumen anderer zu arbeiten, begehst Du Verrat an Dir selbst. Mit der Zeit verblassen Deine Wünsche immer mehr und wirken unerreichbar, weil sich ständig fremde Faktoren von außen zwischen Dich und Deine Ziele drängen.

Setz ein klares Zeichen für Dich selbst. Zum Start in den Tag, bevor andere Dich mit ihren Anforderungen belagern können. Tust Du jeden Morgen schon etwas, um Deinen Zielen näher zu kommen, wird Dir bewusst, was für eine Wirkung Du hast. Du gehst mit einer anderen Energie durch den Tag und kommst Deinen Wünschen näher.

Alternativ hab ich schon versucht, mir den Abend für meine persönlichen Angelegenheiten freizuhalten. Doch je nach dem, wie der Tag läuft, hat die Klarheit und Energie am Abend nicht mehr die gleiche Qualität wie früh morgens. Das darfst Du jedoch auch erst für Dich ausprobieren. Vielleicht tickst Du anders als ich.

Hier ein paar Tipps für deine Morgenroutine Toolbox. Schau einfach was zu DIR passt. Diese sind in absolut irrelevanter Ordnung und manchmal reichen ein bis zwei davon um den Tag zu einem besonderen werden zu lassen. Gerade wenn Du Kinder und Familie hast und nur ein paar Minuten, mach es bevor der restliche Tag sich nur um sie oder den Job dreht.

1) Meditation
2) Journaling
3) Kalt-Warm Duschen
4)  Sport
5)  Yoga
6) Achtsamkeitspraktiken / Meditation
7) Offline in den Tag starten
8) Visualisiere den perfekten Tag
9) Dankbarkeitsrituale
10) Lege dir bereits am Abend die Kleidung zurecht
11) Nimm deinen Körper bewusst wahr
12) Erkenne gestrige positive Dinge an
13) Starte mit einer positiven Affirmation
14) Durchflute Dein Zimmer mit Licht
15) Trinke ein warmes Glas Zitronenwasser
16) Schaue Dir jeden Morgen Deine Ziele und Vision an
17) Lieblingssong
18) Notiere die wichtigsten Tagesaufgaben und setze eine oder mehrere Belohnung(en) für das Erreichen Deiner Ziele fest
19) Zeit für ein gesundes Frühstück
20) Lesen
21) Kurzer Spaziergang an der frischen Luft
22) Schaffe Ordnung, bevor du das Haus verlässt
23) Arbeite an deinem Traum (wenn auch nur in kleinen Steps)
25) Zeit für Kreativität und Inspiration
26) Tagesplanung und Vorbereitung