Schnell-Tipps für die Kreativität

Werde aktiv

Kreativität entsteht oft aus einer Kettenreaktion, es braucht immer wieder einen Auslöser. Eine Idee, ein Mensch, ein Bild, ein Gefühl. Man kann es auch nicht erzwingen. Wenn ich eine Blockade habe, gehe ich meistens raus – frische Luft, eine Wanderung mit dem Hund im Wald, oder sogar einen Ausflug in die Berge… ich brauche immer wieder diesen ‚Reset‘. (Tijl Bex, Filmemacher beim ideenkanal, Belgien)

Notitzbuch

Trage regelmäßig ein Notitzbuch mit dir herum. Alleine für den Fall, dass die Muse dich küsst. Alle Künstler die ich kennen legen großen Wert auf die innere Stimme, die Ihnen manchmal zu den ungünsgsten Momenten sagt: „Schreib das!“ Gerne auch Nachts! Die Tendenz, die eigenen Träume und Ahnungen ernst zu nehmen und Muster zu erkennen, wo andere nur ein heilloses Durcheinander sehen, gehört eindeutig zu den wichtigsten Merkmalen, die kreative Menschen von anderen, ansonsten gleich begabten Menschen unterscheiden. Natürlich führt die Flüssigkeit des Denkens nur dann zu einem kreativem Ergebnis, wenn man die Regeln der Domäne bereits verinnerlicht hat.  Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Träume bis zum nächsten Morgen bereits in Nichts aufgelöst haben.

Sei ein Schwamm

Und hier nochmal zum Thema Research, da es so wichtig ist. Was auch immer für dein Thema relevant sein sollte, nimm es auf wie einen Schwamm. Lese, schaue dir Filme an, suche im Internet nach Inspiration, verfolge die Arbeit berühmter und unbekannter Menschen auf dem Gebiet – nimm alles in dir auf. Die verständliche Angst, dass dadurch die eigene Arbeit kein Original mehr sein würde, kann dir dabei genommen werden. Erstens muss man sein Feld in und auswendig kennen, bevor man etwas originelles erschaffen kann und zweitens sind die meisten bahnbrechenden Ideen eben aus der Kombination anderer entstanden. Und das ist ok! Agiere und interessiere dich aufrichtig mit der Welt in der du lebst, denn dieses Engagement wird sich unter Garantie in deiner Arbeit widerspiegeln. Ich würde sogra soweit gehen zu sagen, dass jemand der nicht wirkilch „anwesend“ ist auch niemals etwas von Wert für andere erschaffen kann. Die Qualität seiner Arbeit wird oberflächlich bleiben. Keineswegs soll das hier Plagiatsaufruf werden, allerdings findet sich Inspiration oftmals in den Werken anderer, woraus dann, dank der eigenen Wahrnehmen oder Verknüpfung etwas völlig Neues entsteht. Wo wären Platon und Aristoteles ohne Sokrates!

Ziele setzen

Wenn du ein bestimmtes Ziel oder eine Idee verfolgst, schreibe sie nieder. Im Geiste wird sie nicht nur nachweislich weniger manifestiert, man kann sie auch schlechter von verschiedenen Seiten beleuchten. Oder hast du mal versucht eine Mindmap in Gedanken herzustellen? Deswegen liebe ich Stift und Zettel so sehr. Es gehört zum festen Bestandteil meiner Morgen-Routine, neben dem guten Kaffee, hier zu schreiben. Ob es nun aktuelle Dinge sind, die mich plagen oder ich über eine Idee nachdenken möchte. Es gibt nichts, was für mich produktiver ist und gleichzeitig auch noch Spaß macht. Probier‘s aus. Wichtig ist dabei, einfach zu schreiben. Es wird nie jemand lesen müssen und du musst dich für nichts rechtfertigen. Und wenn du am Anfang x-mal schreibst:“Ich weiß nicht, was ich schreiben soll, ich weiß nicht was ich schreiben soll,..“ völlig egal. Der Anfang ist gemacht.

Magie der Farben

Wer einmal in Weimar die Gothe‘sche Wohnung besucht hat, weiß, dass Gothe seine einzelnen Zimmer in verschieden Farben streichen ließ. Er nutzt unterschiedliche Räume für unterschiedliche Tätigkeiten. Und tatsächlich zeigen diverse Studien, dass die Farben, die uns umgeben einen Einfluss auf unser Denken haben. So sind wir in blauen Räumen konzentrierter und die Fähigkeit zu Assoziationen ist erhöht während uns rote Räume eher in Alarmbereitschaft versetzen und uns anregen. Natürlich werden wir nun nicht unsere  Wohnung entsprechend streichen müssen und von Raum zu Raum laufen. Aber ein Ortswechsel kann demnach Wunder bewirken. Nicht zuletzt weil auch wiederrum Bewegung die grauen Zellen anregt.

Freiräume schaffen

Wenn also ein Leidensdruck die Leidenschaft Was also tun? Sollten Manager bewusst Leidensdruck erzeugen, um dadurch Leidenschaft zu entfachen? Wenn man Mitarbeiterbefragungen glaubt, schaffen die meisten Führungskräfte den Leidensdruck auch ganz ohne zusätzliche Bemühungen. Im Ernst, Probleme gibt es im Arbeitsalltag genug, das Futter für kreative Motivation ist in Hülle und Fülle vorhanden. Die Hürde, die häufig im Weg steht, ist das Gefühl von Ohnmacht, das sich aus dem winzig kleinen Handlungsspielraum des Einzelnen ergibt. Es geht letztendlich eben doch darum, Freiräume zu schaffen, in denen Mitarbeiter kreativ agieren können. Wer Probleme erkennt, diese kreativ lösen will, dann aber an strukturellen oder bürokratischen Hürden scheitert, der ist noch frustrierter als vorher. Und bei jeder neuen Herausforderung kommt dann Zweifel auf, ob man wirklich etwas verändern kann. Wer also will, dass Mitarbeiter und Kollegen kreativer werden, der muss Strukturen schaffen, die kreativen Erfolg ermöglichen. Denn wer mit seiner eigenen Kreativität Hindernisse überwinden und im Unternehmen Veränderung bewirken kann, der wird dadurch mit Sicherheit glücklicher. Und macht gleichzeitig das Unternehmen stärker.

Das MAYA Prinzip

Franz Kafka verkaufte zu Lebzeiten so wenig Texte, dass man ihn nicht weiter verlegte. F. Scott Fitzgerald starb im Glauben eine Enttäuschung gewesen zu sein und Van Gogh schaffte es nur selten ein Bild an den Mann zu bringen. Das klingt heute vielleicht amüsant, zeigt aber dass große Ideen meist Ihrer Zeit voraus sind. Das kann man kaum ändern, aber man kann lernen damit umzugehen. Anstatt sich radikale neue Ideen zu erdenken und still vor sich hin zu arbeiten, kann man andere auf die Reise mitnehmen, Schritte mit Ihnen teilen und vielleicht auch so schon früh Unterstützer finden. MAYA bedeuted: „Most Advanced Yet Aceptable“. Sinngemäß bedeutet es, neuartig aber gerade noch akzeptierbar. Übertragen auf unsere Arbeit rät uns dieses Prinzip, neue Ideen schrittartig vorzustellen und auch wenn due Ursprungsidee um einiges innovativer war, so kann man das später immer noch einbauen.

Haltung

Viele Kreative haben sich angewöhnt zwei Haltungen gegenüber ihrer Arbeit beizubehalten; Einmal die emotionale Bindung an das, was man tut und im zweiten eine streng objektive Sichtweise dazu. Es ist wichtig sich nicht zu sehr mit seiner Arbeit zu identifizieren und daran zu hängen, dann dann fehlt nicht nur der nötige kritische Abstand, der Leidensdruck ist auch größer, wenn es schief geht. Und Scheitern gehört ja bekanntlich dazu.

Dekomplex

Oftmals liegt die  kreative Leistung darin, ein komplexes Problem in überschaubaren (neuartigen) Schritten anzugehen. Kreativitätsfördernd sind dabei die Unvoreingenommenheit und Offenheit, mit der sie die Dinge angehen die Achtsamkeit, mit der sie Menschen und Situationen wahrnehmendie Sensibilität für ihr eigenes Leben und dessen Möglichkeiten. Kreative Menschen vertrauen nicht nur ihrer Intuition und ihrem Bauchgefühl. Sie sind auch bereit, sich auf Neues einzulassen, Pläne umzustoßen, Ziele zu ändern, wenn es notwendig wird. Bei aller Berechtigung von Regeln und Abläufen: Ohne Spielraum für unsere Spontaneität lassen wir uns beherrschen, anstatt zu herrschen, bleiben wir gefangen, statt das Leben zu meistern.

Neugier

Kreative Menschen sind aber nicht nur spontan und emotional, sondern auch chronisch neugierig. Es gibt kaum ein Thema, das sie nicht interessiert, kaum eine Sache, in die sie nicht ihre Nase stecken. Sie wollen immer alles wissen ihre Lieblingsfrage ist „warum“ haben vielseitige Interessen und eine breite Allgemeinbildung. Neugierige Menschen nehmen aktiv an ihrer Umwelt teil und entwickeln ein Bewusstsein für deren Probleme sowie mögliche Lösungen. Ihr breites Wissen und ihr großer Erfahrungsschatz verhindern nicht nur die Engstirnigkeit des Spezialistentums. Ihr interdisziplinäres Denken ermöglicht es ihnen auch, neue Blickwinkel einzunehmen und ungewöhnliche Schlussfolgerungen zu ziehen.

Nein sagen

Und last but definitely not least NEIN SAGEN!! Unerlässlich ist es sich für den kreativen Prozess den nötigen Freiraum dazu zu verschaffen. Viele Kreative haben hier teilweise sehr rigorose Regeln, wie keine E-Mails zu beantworten oder für einen gewissen Zeitraum alle Anfragen einfach abzulehnen. Es erfordert etwas Übung und Disziplin, aber ein Garant für Produktivität!